Hundeschule Wildenrath

Jeder Hund braucht Pflege

Finger weg von Zahnreinigung mit Ultraschallgeräten

Die  Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. veröffentlichte in ihrem Merkblatt Nr. 119 eine Stellungnahme zum Thema „Zahnreinigung mit Ultraschallgeräten“ – die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen und hier in eigenen Worten zusammengefasst haben:

Was bei Hundepflegesalons immer mehr in Mode kommt, ist die Zahnpflege bei Hunden (und auch bei Katzen) mittels Ultraschall. Natürlich ohne Narkose, da diese das Tier ja unnötig belasten und Nebenwirkungen hervorrufen könnte.

Da vier von fünf Hunden und Katzen im Lauf ihres Lebens „parodontale Erkrankungen“ zeigen, die nach vielen schmerzhaften entzündlichen Phasen in letzter Konsequenz zum Zahnverlust führen, scheint eine prophylaktische Behandlung sehr sinnvoll. Zumal die bakteriellen Infekte auch in die Blutbahn übergehen und zu  entzündlichen Veränderungen an den Herzklappen und zu Miniabszessen in den Nieren sowie in der Leber führen können. Die regelmäßige Zahn- und Zahnfleischkontrolle durch Besitzer und Tierarzt ist daher oberste Hundepflegeflicht.

Um Parodontose zu vermeiden, müssen wie beim Menschen Zähne und Zahnfleisch (samt den berüchtigten Taschen) sowie je nach Befall auch die Wurzeln von Belägen und Zahnstein gereinigt werden. Dass dies für den Hund sowohl Stress als auch aller Voraussicht nach Schmerzen bedeutet, ist logisch. Spätestens eine Entfernung von Belägen und Auflagerungen an den Wurzeln ist ohne Narkose schlicht nicht möglich.

Wenn also in den Pflegesalons für die sanfte Methode mittels Ultraschall geworben wird, kann dies erstens nur eine sehr oberflächliche Zahnsteinbehandlung an der Zahnkrone meinen. Denn tiefer an Zahnhälse, Wurzeln etc. heranzukommen ist mit dieser Methode gar nicht möglich. Und dass dies zudem alles ohne Narkose erfolgen kann, weil der Hund ja dabei stets so schön still hält, muss zweitens wohl nicht weiter kommentiert werden. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. nennt diese Angebote „reine Kosmetik“ und sogar „grob fahrlässig“!

Und: Sie warnt eindringlich davor, dass man hier die Gesundheit seines Hundes ernsthaft gefährdet.
Zum einen, weil schmerzhafte und zerstörerische Entzündungsherde so unbehandelt bleiben, bis Zähne, Kieferknochen und anderes nachhaltig geschädigt sind.
Zum anderen, weil Ultraschall mikroskopische Kratzer auf der Zahnschmelzoberfläche erzeugen. Diese MÜSSEN wegpoliert werden!

Doch dafür ist das Salonpersonal nicht qualifiziert und ohne Narkose ist eine solche Politur ohnehin unmöglich.

Ohnehin müsste der Hund bewusst kleinere Schmerzen während der Behandlung (Zahnsteinentfernung, Taschenreinigung, ggf. Wurzelreinigung, Politur) aushalten, sein Maul dabei wie Menschen beim Zahnarzt stetig still aufhalten, die ungewohnten Geräusche der Maschine lässig ignorieren und dann noch die zur Kühlung der Ultraschallsonden unabdingbare permanente Wasserspülung entspannt hinnehmen.

Und dies alles gilt nur bei der Behandlung gesunder Zähne und eines gesunden Zahnfleisches!

Stellen Sie sich vor, die Therapie erfolgt bei einem Hund, bei dem sich bereits schmerzhafte Entzündungsherde gebildet haben.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. kommt daher zu dem kompromisslosen Schluss, dass Zahnbehandlung nur unter Narkose und in die Hände von qualifiziertem tierärztlichem Personal gehört: „Laienhafte Zahnkosmetik ohne Narkose mit unzureichender Diagnostik und Therapie gefährdet das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere, ist deshalb tierschutzwidrig und somit zu untersagen.“